Ich will in diesem Artikel mal etwas schreiben und versuchen, das in letzter Zeit eigentlich ehr verpöhnt, mit Misstrauen betrachtet und für überholt gehalten wird. Ich versuche jetzt einmal, den Papst nicht als Oberhaupt einer korumpierten und beinahe fanatischen Religion darzustellen, sondern als jemanden, der versucht mit seiner repräsentativen Stellung in der Welt ein bisschen mehr Gutes zu schaffen. Ich weiß, klingt doof und man kennt es, aber es handelt sich hier um den Versuch, zu zeigen, dass das gängige Bild, das man vom Katholizismus bekommt, nicht immer stimmt. Ich hoffe, man kann sich nach diesem Artikel ein Bild von der römisch-katholischen Kirche machen, das mit guten Argumenten verteidigt werden kann. Ob ihr Katholiken nun skeptisch oder gleichgültig gegenübersteht oder euch nachher noch selbst dazu zählt, das ist mit egal, ich selbst kann mich nicht wirklich als gläubigen Christ o. ä. bezeichnen.
Bis jetzt hatte ich eigentlich kein richtiges Bild vom “deutschen Papst” (toll, dass es kein normaler, sondern ein “deutscher” Papst ist – danke BILD). Ich hab auch ehr skeptische Haltung eingenommen, nachdem ich davon hörte, dass der Teufel nun wieder als existenzielle Macht angesehen wird und es nun einen Beauftragten für Exorzismus im Vatikan gibt. Aber eigentlich vertritt der Papst ja Katholizismus und ein Stück weit auch dessen Geschichte. Dazu gehören Menschen wie Kardinal Clemens Graf von Gahlen, das zweite vatikanische Konzil (was viele nicht kennen) und der Franziskanerpater Maximilian Kolbe.
Clemens Graf von Gahlen, katholischer Kardinal, ist es zu verdanken, dass Münster (meine Geburtsstadt
) zur NS-Zeit nicht etwa hundertprozentig unter dem Einfluss Hitlers stand, sondern Menschen wie er es wagten, sich öffentlich gegen den Holocaust, den Rassismus und gegen den Antisemitismus auszusprechen. Des weiteren wäre da Maximilian Kolbe, ein Franziskaner, bei dem selbst der kirchenkritischste Mensch zugeben muss, dass er nicht für das von Dan Brown und den Medien geschaffene “System Vatikan” arbeitete. Dieser Franziskaner ging nämlich in Auschwitz für einen Familienvater in den Hungerbunker und starb dort. Wo ist da nun die intrigante und machtgierige Seite der Katholiken? Wo ist denn nun die Leichtgläubigkeit und Charakterschwäche, die Grund für die Kirchgänge sein soll?
Und jetzt will ich noch einmal daran erinnern, dass man, bevor man über römisch-katholische Kirche urteilt, erst informiert sein sollte und nicht pauschal sagen sollte “Die sind machtgeil!” oder “Die sind doch eh alle altmodisch und von gestern!”. Was sind denn nun die Ziele dieser Religion? Im Grunde ist es doch nicht schlecht oder verwerflich, wenn man versucht, sich für Frieden einzusetzen, Botschaften der Bergpredigt (Gleichheit, Liebe und Gewaltfreiheit) zu verbreiten oder auch anscheinend abwegige und scheinbar sinnlose Aktionen zu machen wie etwa Papst Benedikt XVI. es in Polen machte. Der hat 30.000 Jugendliche schriftlich schwören lassen, niemals im Leben illegalge Drogen zu konsumieren.
Also, ich denke nicht, dass man pauschal schlecht von jemandem reden sollte, der vor Dingen wie dem “Missbrauch Gottes zur Rechtfertigung blinder Gewalt gegen Unschuldige” warnt oder die Behauptung in den Raum stellt, dass Gewalt keinen Frieden stiftet, sondern nur wieder Gewalt hervorruft – eine Spirale der Zerstörung, in der alle am Ende nur Verlierer sein können (nicht wahr Andre S. oder auch Honk;) ).
Bitte jetzt nicht denken, ich fände alles im Vatikan toll oder wäre ein Katholik bis ins Blut. Nein nein, ich sehe einige Dinge auch kritisch, wollte nur mal Anreiz geben, in Zukunft vielleicht nicht allzu schnell und ohne Vorwissen zu urteilen, wie es wirklich viele Menschen, mit denen ich mich über Kirche unterhalten habe, machen.
Hermie
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